Betrachtung des Bunds katholischer Rechtsanwälte (BKR) zum Hochfest des heiligen Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria – 19. März

Der heilige Josef steht im Schatten – und gerade darin liegt seine Größe. In den Evangelien sagt er kein einziges Wort, und doch spricht sein Leben laut. Als „gerechter Mann“ (Mt 1,19) zeigt er, was es heißt, Verantwortung zu tragen, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Josef ist Vorbild für alle, die in Beruf und Familie in Treue, Stille und innerer Stärke ihren Dienst tun. Für uns katholische Rechtsanwälte und Juristinnen ist er ein Patron der besonderen Art – denn auch wir sind gerufen, Gerechtigkeit zu üben, zu wahren und zu schützen, oft ohne Beifall, manchmal sogar gegen Widerstand.

In einer Zeit, in der Selbstverwirklichung über alles gestellt wird, zeigt Josef eine andere Haltung: Er stellt seinen Willen unter den Willen Gottes, hört im Traum und handelt im Vertrauen. Gerade in der Welt des Rechts, die oft von Machtfragen, Eitelkeit oder bloßer Interessenabwägung geprägt ist, ruft Josef uns in Erinnerung: Gerechtigkeit ist mehr als Legalität – sie ist die Kunst, das rechte Maß zu finden zwischen Buchstabe und Geist.

Josef ist der Schutzpatron der Kirche – und wir dürfen ihn auch als Patron für eine Rechtskultur verstehen, die nicht am Menschen vorbeigeht, sondern ihn in seiner Würde achtet. Die Kirche hat ihn im Jahr 1870 zum Patron der Weltkirche erhoben. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat ihn in seinem Schreiben Redemptoris Custos den „Hüter des Erlösers“ genannt. Auch wir sind in gewissem Sinne Hüter – des Rechts, der Gerechtigkeit und derer, die unsere Hilfe brauchen.

Gebet zum heiligen Josef

Heiliger Josef, gerechter Mann,
du hast im Verborgenen Großes getan.
Stark im Schweigen, fest im Glauben,
demütig im Dienst und treu im Gehorsam –
lehre uns, das Recht zu lieben und Gerechtigkeit zu üben,
nicht um des Ruhmes willen, sondern aus Liebe zum Nächsten.

Beschütze alle, die Verantwortung tragen in Kirche, Staat und Gesellschaft,
besonders uns, die wir als katholische Juristen wirken.
Erbitte uns Weisheit in unseren Entscheidungen,
Kraft in Anfechtungen und Milde im Urteil.

Heiliger Josef, Patron der Kirche –
bitte für uns!

Amen.

Perpetua und Felicitas – Vorbilder für katholische Rechtsanwälte

Perpetua und Felicitas – Treue Zeuginnen des Glaubens und Vorbilder für katholische Rechtsanwälte

Leben und Martyrium der Heiligen Perpetua und Felicitas

Am 7. März feiert die Kirche das Gedenken an die heiligen Perpetua und Felicitas, zwei junge Frauen, die im Jahr 203 in Karthago während der Christenverfolgung unter Kaiser Septimius Severus ihr Leben für Christus gaben. Ihr Martyrium ist in den sogenannten „Acta Perpetuae et Felicitatis“ überliefert, einer der ältesten Märtyrerberichte der Kirchengeschichte, in dem Perpetua selbst ihre letzten Tage beschreibt.

Perpetua war eine wohlhabende junge Frau aus einer vornehmen römischen Familie. Sie hatte ein kleines Kind, das sie noch stillte. Felicitas war eine schwangere Sklavin, die ebenfalls im Glauben an Christus standhaft blieb. Beide Frauen waren Katechumenen und wurden gemeinsam mit weiteren Christen, darunter ihrem Lehrer Saturus, wegen ihres Glaubens verhaftet.

Trotz der Bitten ihres Vaters, ihrem Sohn zuliebe dem Glauben abzuschwören, bekannte Perpetua mutig vor dem römischen Statthalter: „Ich kann mich nicht anders nennen als das, was ich bin: eine Christin.“

Felicitas brachte in der Haft ihre Tochter zur Welt und wurde nur wenige Tage später mit Perpetua und ihren Gefährten in die Arena geführt. Dort wurden sie wilden Tieren vorgeworfen, schließlich mit dem Schwert hingerichtet. Es wird berichtet, dass Perpetua dem zitternden Henker selbst die Hand an das Schwert führte – ein Zeichen ihrer unerschütterlichen Glaubensstärke.

Ein Vorbild für katholische Rechtsanwälte

Perpetua und Felicitas stehen für die Treue zur Wahrheit, für einen Glauben, der auch unter Druck nicht wankt. Sie waren mit einem klaren Gewissen bereit, für die Gerechtigkeit Gottes zu sterben, weil sie wussten, dass ihre wahre Heimat im Himmel liegt.

Diese Haltung ist auch für katholische Rechtsanwälte von besonderer Bedeutung.

1. Standhaftigkeit gegenüber weltlichem Druck:

• Perpetua widerstand den Bitten ihres Vaters und der Macht des römischen Staates. Ein katholischer Jurist ist oft in Situationen, in denen er zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und der göttlichen Wahrheit entscheiden muss. Der Mut, für die Gerechtigkeit einzustehen, auch wenn es Nachteile bringt, ist eine zentrale Tugend.

2. Würde des Menschen über alle weltlichen Strukturen hinweg:

• Felicitas zeigt, dass auch eine Sklavin eine unerschütterliche Würde besitzt. Sie wusste, dass ihre Identität als Christin über ihrer gesellschaftlichen Stellung stand. Ein katholischer Rechtsanwalt muss stets die Würde jedes Menschen achten – unabhängig von Stand, Herkunft oder Ansehen.

3. Glaubenszeugnis im Beruf:

• Wie Perpetua und Felicitas ihr Leben für Christus hingaben, so sind katholische Juristen aufgerufen, ihre Überzeugung auch in der Rechtspraxis nicht zu verleugnen. Wahre Gerechtigkeit orientiert sich nicht nur am positiven Recht, sondern an der göttlichen Ordnung.

Gebet zum Gedenken an Perpetua und Felicitas

Herr, unser Gott,

Du hast den heiligen Märtyrerinnen Perpetua und Felicitas die Kraft gegeben, für Dich zu leiden und bis in den Tod treu zu bleiben.

Ihre Liebe zu Dir war größer als ihre Angst vor weltlicher Macht.

Ihre Treue zur Wahrheit war stärker als die Drohungen ihrer Richter.

Gib auch uns die Kraft, in unserem Beruf und unserem Leben standhaft zu bleiben,

für die Gerechtigkeit einzutreten und Zeugnis für Deine Wahrheit abzulegen.

Lass uns erkennen, dass wahre Freiheit nicht aus weltlicher Sicherheit, sondern aus der Bindung an Dich erwächst.

Heilige Perpetua und Felicitas,

bittet für uns,

damit wir mutige Zeugen des Glaubens bleiben,

Gerechtigkeit mit Barmherzigkeit verbinden

und in allen Herausforderungen auf Christus vertrauen.

Amen.

Pilgersegen des BKR

Pilgersegen für den Bund katholischer Rechtsanwälte (BKR)

Herr, unser Gott,

Du hast uns auf den Weg gerufen –

nicht für uns selbst, sondern als peregrinantes pro Domino,

als Pilger für den Herrn,

die mit Wort und Tat Zeugnis für Deine Wahrheit geben.

Segne unsere Schritte,

damit wir auf dem Weg nicht müde werden.

Segne unsere Herzen,

damit sie offen bleiben für Dein Wort.

Segne unsere Hände,

damit wir Gerechtigkeit mit Barmherzigkeit verbinden.

Segne unsere Stimmen,

damit wir für die Wahrheit eintreten,

ohne die Liebe zu vergessen.

Herr, sei unser Licht, wenn der Weg dunkel wird.

Sei unser Schild, wenn wir Widerstand erfahren.

Sei unser Trost, wenn Zweifel uns plagen.

Sei unser Ziel, wenn wir weiterziehen,

damit unser ganzes Leben ein Pilgerweg zu Dir sei.

So segne uns der allmächtige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Möge dieser Segen euch begleiten,

damit ihr als Pilger für den Herrn die Welt mit seinem Licht erhellt

und eure Schritte nie abirren vom Weg der Gerechtigkeit und des Glaubens.

BKR bezieht Stellung zum Austritt von Markus Lewe aus dem Kolpingverband

Pressemitteilung des Bundes Katholischer Rechtsanwälte (BKR)

BKR unterstützt Kritik von Oberbürgermeister Markus Lewe an kirchlichen Verbänden – Appell für eine Rückbesinnung auf die eigentliche Mission der Kirche

Hamburg/Düsseldorf, 25. Februar 2025 – Der Bund Katholischer Rechtsanwälte (BKR) begrüßt die jüngsten Äußerungen des Oberbürgermeisters von Münster, Markus Lewe (CDU), zur politischen Positionierung kirchlicher Verbände. Lewe kritisierte insbesondere deren zunehmend parteipolitische Haltung und sprach von einer „selbstgefälligen First-Class-Moral“, die in vielen gesellschaftlichen Debatten zu einer Polarisierung beitrage, anstatt Brücken zu bauen.

Der Vorsitzende des BKR, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Roger Zörb aus Hamburg, unterstützt diese Kritik:
“Es ist beunruhigend, wie sehr sich kirchliche Verbände von ihrem eigentlichen Auftrag entfernen. Statt sich um die spirituelle Begleitung und die Seelsorge zu kümmern, treten sie in politischen Debatten oft als parteiische Akteure auf. Dies geschieht nicht selten mit einer moralischen Überheblichkeit, die nicht nur spaltet, sondern auch viele Gläubige entfremdet. Die Kirche sollte sich wieder darauf besinnen, Menschen im Glauben zu begleiten, anstatt als politischer Akteur aufzutreten, der sich einseitig positioniert.”

Auch der stellvertretende Vorsitzende des BKR, Rechtsanwalt Professor Dr. Sven-Joachim Otto aus Düsseldorf, warnt vor den Folgen einer übermäßigen Politisierung kirchlicher Organisationen:
“Die Kirche hat eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe: Sie soll den Menschen Orientierung geben, sie in schwierigen Zeiten begleiten und die christliche Botschaft authentisch verkünden. Wenn kirchliche Verbände jedoch zunehmend politische Programme vertreten und sich in den Tageskampf der Politik verstricken, dann verlieren sie ihre eigentliche Glaubwürdigkeit. Es ist nicht Aufgabe der Kirche, Partei zu ergreifen oder mit moralischer Selbstüberhöhung gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen. Vielmehr muss sie ein Ort des Dialogs und der Verständigung bleiben.”

Der BKR fordert daher eine kritische Selbstreflexion innerhalb der kirchlichen Verbandslandschaft. Statt politischer Einmischung mit moralischem Absolutheitsanspruch müsse der Fokus wieder auf der Seelsorge, der Glaubensvermittlung und der Einheit der Gemeinschaft liegen. Nur so könne die Kirche langfristig ihre Rolle als moralische Instanz in der Gesellschaft bewahren und das Vertrauen ihrer Mitglieder zurückgewinnen.

Mit dieser Stellungnahme schließt sich der BKR den mahnenden Worten von Markus Lewe an und appelliert an kirchliche Organisationen, sich ihrer eigentlichen Aufgabe bewusst zu werden. Die Kirche kann nur dann eine glaubwürdige Stimme bleiben, wenn sie sich auf ihre christliche Mission konzentriert und nicht durch politische Parteinahme ihr eigenes Fundament untergräbt.

Über den BKR:

Der Bund Katholischer Rechtsanwälte (BKR) ist eine Vereinigung katholischer Juristen, die sich für die Wahrung christlicher Werte im Rechtssystem sowie für eine verantwortungsbewusste Rechtskultur einsetzen. Der Verband steht für eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen rechtlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen im Lichte der christlichen Soziallehre.

Pressekontakt:
Bund Katholischer Rechtsanwälte (BKR)
Rechtsanwalt Roger Zörb
Vorsitzender
E-Mail: presse@bkr.de
Web: www.bkr.de

Die katholischen Rechtsanwälte beten für den Heiligen Vater

Gebet des BKR für Papst Franziskus in seiner schweren Erkrankung

Barmherziger Gott,

Du hast Deinem Diener Franziskus die Bürde und die Ehre des Petrusamtes anvertraut,

damit er Deine Kirche auf dem Weg der Wahrheit und Liebe leite.

Nun ist er von Krankheit gezeichnet, und wir kommen zu Dir mit unserer Bitte.

Herr, Du bist der Arzt der Seelen und Leiber,

schenke dem Heiligen Vater Kraft in seiner Schwäche,

Trost in seinen Schmerzen und Hoffnung in seiner Prüfung.

Lass ihn Deine Nähe spüren und stärke ihn mit Deiner Gnade.

Wir danken Dir für seinen Dienst, für seine Worte und seine Werke,

für seinen Mut, die Frohe Botschaft in dieser Welt zu verkünden,

für seine Liebe zu den Armen, den Suchenden und den Leidenden.

Gib, dass sein Beispiel uns ermutigt, als katholische Rechtsanwälte

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in unserer Arbeit zu vereinen.

Herr, wenn es Dein Wille ist, schenke ihm Genesung,

damit er weiterhin Deine Kirche mit Weisheit und Güte leiten kann.

Wenn sein Weg sich aber dem Ende neigt,

so lass ihn in Frieden Dein Angesicht schauen

und nimm ihn auf in die Freude Deines ewigen Reiches.

Wir legen ihn vertrauensvoll in Deine Hände

und bitten um den Schutz der seligen Jungfrau Maria,

der Mutter der Kirche und unserer Fürsprecherin.

Durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

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